WARUM DIE NACHAHMER (FAST-FOLLOWER) STRATEGIE IHR UNTERNEHMEN GEFÄHRDET

„Wir brauchen keine eigene Innovation.”

“Wir schauen uns ab was der MarkfĂŒhrer macht und kopieren das dann einfach; aber natĂŒrlich ohne seine Fehler zu machen. Die Kunden warten ja sowieso erstmal ab und das nutzen wir zu unserem Vorteil. Wir verfolgen nĂ€mlich die Fast-Follower Strategie.“

Wie oft habe ich das schon gehört und wie oft muss ich dazu sagen: Völliger Humbug und brandgefÀhrlich!

Business Strategie

Was ist eigentlich die First Mover und Fast Follower Strategie?

Der ĂŒbergeordnete Begriff nennt sich “Wettbewerbstrategien“.

Die First-Mover-Strategie (Pionier) besteht darin, bei einer Innovation oder einem Produkt oder einer Methode oder einer Technologie die FĂŒhrung zu ĂŒbernehmen, im Gegensatz zur Fast-Follower-Strategie (Nachahmer), die darin besteht, eine Erfindung zu kopieren und sie zu verbessern.

  • Die First Mover haben den sogenannten First Mover Advantage. Darunter versteht man den Wettbewerbsvorteil, wenn ein Unternehmen als erstes mit einem neuen Produkt am Markt erscheint.
  • Der Fast Follower möchte gerne vom Freerider-Effekt (Nutzen durch Investitionen des Pioniers), der Fehlervermeidung oder dem Cherry Picking (Nur attraktive Marktsegmente) profitieren.

Wenn man die Definitionen liest, hört sich die Fast-Follower Strategie doch gar nicht so schlecht an oder?

Warum ist die Fast Follower Strategie gefÀhrlich?

Ein Nachahmer zu sein macht ihr Unternehmen nicht automatisch zu einem Fast Follower sondern eben nur zu einem Nachahmer.

Die Fast Follower Strategie besagt eigentlich nichts anderes wie, lass andere den Kopf rausstrecken und den Hals riskieren, und wir schauen und machen dann mit, wenn die „Gefahr“ vorĂŒber ist. Ganz nach dem Motto, die zweite Maus bekommt den KĂ€se.

Die Fast-Follower-MentalitÀt beruht auf 4 falschen Hypothesen:

  1. First-Mover sind EinzelkĂ€mpfer und nicht Teil einer frĂŒhen Welle von Pionieren.
  2. Ein Scheitern ist eine teure, lÀhmende und sinnlose Angelegenheit.
  3. Die Markteilnehmer werden vorsichtig agieren, und die Kunden werden abwarten, weil nicht jeder ein „Early Adopter“ ist.
  4. Mein Unternehmen ist in der Lage die Pioniere schnell nachzuahmen

Hypothese 1: EinzelkÀmpfer

Die meisten Pioniere sind der Beginn einer neuen Welle von GeschĂ€ftsmodellen und Unternehmen. Viele Unternehmen erforschen gleichzeitig oder auch zusammen neue Technologien und Möglichkeiten. Sie sind keine klassischen EinzelkĂ€mpfer mehr, sondern „Gruppen-Pioniere“ die alle auf Entdecker Tour sind.

Tesla hat den Elektromotor nicht erfunden, aber trotzdem mehrere Branchen auf den Kopf gestellt. Musk hat auch nicht die erste Rakete ins All geschossen aber trotzdem die Raumfahrt mit-revolutioniert. Als Pionier hat er 8 verschiedene Branchen disruptiv verÀndert. (Report)

First Mover Strategie

Hypothese 2: Scheitern

Scheitern ist nicht sinnlos, sondern wichtig. Keine Innovation entsteht ohne vorheriges Scheitern. Bei Startups kann man sehr soft den Lean Ansatz entdecken.

Ein frĂŒher Prototyp (MVP = Ein Minimum Viable Product (MVP), wörtlich ein „minimal ĂŒberlebensfĂ€higes Produkt“.) wird der Zielgruppe bereits in einem frĂŒhen Entwicklungsstadium zur VerfĂŒgung gestellt und das eigentliche Produkt dann durch das wertvolle Feedback verĂ€ndert und weiterentwickelt.

Scheitern Strategie

Die Vorteile liegen auf der Hand. Produkteigenschaften, die bei der Zielgruppe nicht den erwĂŒnschten Effekt erzielen werden, verĂ€ndert oder verbessert (schneller scheitern – schnelles lernen). Damit ist die Produktentwicklung so nahe wie möglich am tatsĂ€chlichen NutzerbedĂŒrfnis.

Nur mit einer aktiven Fehler Kultur in der gescheitert werden darf, wird auch experimentiert, geforscht und ausprobiert. Und nur so entsteht Neues.

Hypothese 3: Early Adopter

Aus welchem Grund sollte ein Nutzer abwarten, wenn es ein neues Produkt oder ein neues GeschĂ€ftsmodell gibt, das sein BedĂŒrfnis befriedigt, selbst wenn er nicht wusste das er dafĂŒr ein BedĂŒrfnis hat?

Aus welchem Grund sollte ein Nutzer ein Produkt nicht kaufen, wenn es sein eigenes Leben deutlich vereinfacht?

Early Adopter Strategie

Die Logik dieser Hypothese war richtig als die ersten Autos erfunden wurden und man sie argwöhnisch beobachtet hat, aber wer sich heute darauf verlĂ€sst wird abgehĂ€ngt – schneller als er denkt. Wie hoch war nach der Etablierung des ersten Autos wohl der Umsatz der Pferdekutschenhersteller und wie schnell haben sie es geschafft ihre Produktion umzustellen?

Hypothese 4: “Nachahme” FĂ€higkeit

FĂŒr mich persönlich die gefĂ€hrlichste Hypothese. Hier geht der Unternehmer davon aus das sein Unternehmen jederzeit dazu in der Lage ist, einen jahrelangen Lernprozess, die Nutzung neuer Technologien, wichtiges MarktverstĂ€ndnis und die notwendige Infrastruktur nachahmen und kopieren kann und das auch noch „schnell“. Und zwar ohne sich darauf vorzubereiten.

Fast Follower Copycat

Die RealitÀt wÀre demnach, dass ein absoluter Couch Potato nach kurzer Nachahmer Phase die Sprint-Bestleistung von Usain Bolt nachmachen kann.

Man ist sich so sicher da man mithalten kann, ohne Data Analytics, ohne agilen Entwicklungsprozess, ohne Innovationen und vor allem ohne sich um den eigenen Kunden zu kĂŒmmern.

Die Hypothese ist brandgefÀhrlich und völlig unsinnig und es erstaunt mich immer wieder wie oft man das trotzdem zu hören bekommt, ganz besonders im Mittelstand.

Fazit

Selbst wenn es einen Grund gĂ€be, ein Fast-Follower zu sein, die RealitĂ€t sieht so aus, dass die meisten Unternehmen nicht in der Lage sind die Strategie richtig auszufĂŒhren. Dazu mĂŒssten sie folgendes haben und tun:

  • Ein Team von Mitarbeitern, die die technologischen Entwicklungen auf dem Markt bewerten, die Annahmeraten und die potenziellen wirtschaftlichen Auswirkungen genau einschĂ€tzen.
  • Einen agilen, schnellen Planungsprozess, der die Inputs dieses Teams aufnimmt und schnelle Entscheidungen möglich macht.
  • Ein Team von Personen, das nach einer “Go”-Entscheidung die technologischen Innovationen sofort umsetzt.

Und genau das machen die Unternehmen dann meistens aus KostengrĂŒnden nicht.

3 Hypothesen, die eher auf First Mover zutreffen

1. Sie entwickeln ihre Produkte und Dienstleistungen disruptiv und anhand von bedĂŒrfnisorientierten Lösungen fĂŒr die Nutzer

2. Sie entwickeln nach dem Lean Ansatz mit einer frĂŒheren Testversion (MVP)

3. Sie wachsen und skalieren Ihr Business Modell durch die Innovation sehr schnell

First Mover Entdecker

Facebook war nicht das erste soziale Netzwerk. Southwest war nicht die erste Billigfluggesellschaft. Spotify war nicht der erste Anbieter, der Musik online gestreamt hat.

Aber all diese Unternehmen waren und sind immer noch Pioniere, weil ihre GeschĂ€ftsmodelle einzigartig waren und Sie ein NutzerbedĂŒrfnis befriedigt haben, das zu dieser Zeit noch nicht offensichtlich gewesen ist.

Sie waren und sind angetrieben durch den Drang der schöpferischen Zerstörung, der Disruption, und einer konstant innovativen Weiterentwicklung im Kundeninteresse.

Wirklich so riskant?

Gerade jetzt, arbeitet ein Startup vielleicht daran genau ihre Branche mit einem disruptiven GeschÀftsmodell zu revolutionieren. Wie? Indem es hinterfragt, experimentiert und aktuelle und reale Kundenprobleme löst. Indem es auf Marktanforderungen reagiert und sich mit der Problemlösung als Pionier positioniert mit einer einzigartigen Positionierungsstrategie.

Entscheiden Sie selbst.

Denken Sie an Videotheken und Video Streaming on Demand, oder Nokia und das Smartphone, der klassische BĂŒcherhandel und Amazon usw. Es gibt hunderte von Beispielen aus der Praxis die zeigen das die Fast Follower- Strategie hochriskant ist, denn eine disruptive Neuerung kann man nicht von heute auf morgen „nachahmen“.

Und sofern diese Neuerung das Leben des Kunden spĂŒrbar vereinfacht wird dieser mit Sicherheit kaufen und nicht abwarten. Im Klartext bedeutet das, wenn sie weiterhin auf diese Strategie setzen, lĂ€uft ihre Zeit ab.

Woher kommt die Strategie?

Die Fast Follower Strategie kommt eigentlich aus dem Finanzbereich. Viele Banken und Finanzunternehmen waren eine lange Zeit stolz darauf das man erstmal abwartet wie der Markt und die Kunden reagieren und man dann in Aktion tritt. Entweder als Heilsbringer oder als jemand der dann sagt, schaut her, wir machen es besser, ganz ohne Fehler und Kinderkrankeiten.

Man kann nicht bestreiten, das die Strategie zu einer Zeit gut funktioniert haben mag, aber das ist die Vergangenheit.

Wie geht es denn den meisten Banken und Finanzunternehmen heute? Die Kunden laufen zu modernen Online Banken, die GeschÀftsmodelle sind veraltet, die Filialen werden geschlossen und neue Startups erobern den Markt.

N26 zum Beispiel wurde 2013 gegrĂŒndet, ist heute ĂŒber 2 Milliarden Euro wert und hat ĂŒber 5 Millionen Kunden. Wie viele Banken haben es bis heute geschafft das GeschĂ€ftsmodell zu kopieren oder ein vergleichbares Wachstum zu erzielen? Richtig – Keine. Und Warum? Siehe Hypothese 4.

Was ist jetzt die richtige Strategie?

Wenn ich mich entscheiden mĂŒsste zwischen einem Follower und einem Pionier bin ich lieber der Pionier und entdecke, gestalte und prĂ€ge Dinge neu.

Die Basis einer erfolgreichen GeschĂ€ftsstrategie ist es, KundenbedĂŒrfnisse zu verstehen und Kundenprobleme zu lösen und genau das besser zu tun als die anderen Markt-Mitspieler.

Marketing Strategie

Es geht nicht darum, ob man Erster oder Zweiter beim Einsatz einer neuen Technologie ist oder nicht.

Es geht darum, ob ihr Unternehmen durch den Einsatz neuer Technologien oder durch das Beschreiten neuer Wege, ein Problem ihrer Zielkunden löst und Sie sich dadurch einen Wettbewerbsvorteil, oder einen wirtschaftlichen Vorteil verschafft oder nicht.

Sie sollten sich deshalb nicht fragen ob sie Pionier oder Follower sein wollen sondern:

  • Wie kann ich den Weg zu einer bahnbrechenden Idee beschleunigen?
  • Welche Idee oder Technologie wird die nĂ€chste bahnbrechende Idee sein?

Bestehende GeschĂ€ftsmodelle ĂŒberdenken, neue AnsĂ€tze ausprobieren, digitale GeschĂ€ftsmodelle entwickeln und von Startups lernen.

Nutzen Sie die Chancen des digitalen Wandels fĂŒr ihr Unternehmen. Denn die anderen werden es sicher tun!

Klingt gut?

Dann lassen Sie uns gerne die Möglichkeiten & Einzelheiten meiner UnterstĂŒtzung und einer Zusammenarbeit besprechen.

Digital Berater Stuttgart

David Rudolph

GesprÀchspartner auf Augenhöhe

Ich bin erfahrener Marketing-Stratege und versierter Sparringspartner auf C-Level Ebene.

Innerhalb meiner langjĂ€hrigen TĂ€tigkeit als Unternehmensberater berate ich rund um aktuelle Marketingthemen (Online, Digital und Personalmarketing) und entwickle dabei kundenzentrierte Digital-Marketing & Transformations-Strategien fĂŒr First-Mover GeschĂ€ftsmodelle. Mit Hilfe einer prĂ€zisen und kompromisslosen Fokussierung auf den Kunden, entstehen so einzigartige und außergewöhnliche Positionierungen fĂŒr zukunftsfĂ€hige GeschĂ€ftsmodelle und die kundenfokussierte Digital Strategie Beratung ermöglicht Unternehmen nachhaltigen Online Erfolg.

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